Naturabenteuer Spreewald

Idylle im Spreewald

Idylle im Spreewald

Es war eines der grossen Reiseerlebnisse des Sommers. Eher zufällig auf der Durchreise von Konstanz nach Berlin entdeckt: der Spreewald. Bis anhin mit nicht viel mehr als Spreewaldgurken assoziiert und das auch noch aus vollkommener Unkenntnis der besagten Gurken.

Der Spreewald ist in erster Linie ein Paradies für Kanufahrer. Viele Verleihstationen machen das Kanuvergnügen ganz einfach. Der Spreewald ist durchzogen von einem Kanalsystem, auf dem man kilometerlang paddeln kann. Wer es lieber gemütlicher hat, kann sich auf einem der Kähne mitführen lassen. Spreewald ist aber auch einfach viel Natur. Zu Fuss, mit dem Fahrrad unterwegs befindet man sich sofort und überall im Grünen. Spreewald ist natürlich auch ehemalige DDR. Und das ist heute noch sichtbar.

In Burg, mitten im Spreewald, gibt es ein DDR-Museum, das ganz anders ist als das Berliner Pendant. Es ist ein Sammelsurium an Gegenständen aus dieser Zeit, begonnen beim Trabi über Wohnungseinrichtungen, Krippe und – ganz speziell – ein eingerichtetes Schulzimmer aus der DRR. Hier konnte ich mich verweilen, habe das Schild, nichts zu berühren, nicht auf die aufliegenden Schulbücher bezogen und ausgiebig darin geblättert. Schon seltsam zu sehen, wie in den Geografiebüchern die Welt ausserhalb der kommunistischen Länder als graue Fläche knapp markiert war. Die Welt hat an der Grenze einfach aufgehört, zumindest auf dem Papier. Ein Gästebuch, in dem viele Menschen hineingeschrieben haben, wie gerne sie sich an ihre Kindheit zurückerinnern. Das Museum, weder aufgeräumt noch beschriftet, hat die verschiedenen Ebenen der DDR eindrücklich hervorgebracht. Das Idyllische, Gemeinschaftliche auf der einen Seite und der kontrollierende Staat auf der anderen Seite.

Nun, zurück zu den Spreewaldgurken: Die haben wir natürlich auch genossen. Und nächstes Mal wird der Aufenthalt im Spreewald etwas länger dauern.

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