Zürich: Einmal als Touristin in der eigenen Stadt unterwegs sein

Das Limmatquai in Zürich am frühen Abend

Das Limmatquai in Zürich am frühen Abend

Ein Wunsch, den ich schon lange gehegt habe: in einem Zürcher Hotel zu übernachten. Wie ist es wohl, die eigene Stadt aus dem Blickwinkel einer Touristin zu sehen?

Da kam das Angebot von Zürich Tourismus im Dezember gerade recht. Alle Zürcher, die an einem Ort mit einer Postleitzahl 8000 bis 8999 wohnen, können zu einem Spezialpreis in einem Zürcher Hotel übernachten. Nichts wie buchen!

Im Hotel Adler im Niederdörfli absteigen

Die Wahl fiel auf das Hotel Adler am Hirschenplatz. Ein Traditionshotel mitten im Niderdörfli. Eingeladen waren meine beiden Töchter und eine Freundin – und zwar zu einem Überraschungs-Weekend: Start am Samstag, 6. Januar 2018, um 12 Uhr. Mitbringen: Persönliches für eine Übernachtung.

Bis zur Ankunft an der Tramhaltestelle Rudolf-Brun-Brücke, ja sogar bis zum Hoteleingang, kam niemand auf die Idee, dass das Wochenende in Zürich stattfinden würde.

Eine schöne Ecke im Hotel Adler am Hirschenplatz

Eine schöne Ecke im Hotel Adler am Hirschenplatz

Nach dem Einchecken gings zum touristischen Angebot der Stadt. Als meine Töchter noch klein waren, habe ich in den Ferien die Stadtrundfahrten in grossen Städten wie Paris, Athen, Oslo oder Rom entdeckt, meist eine Hop-and-Off-Variante. Es war wunderbar entspannend, sich einfach mal hinzusetzen, sich durch die Stadt kutschieren zu lassen und sich über die Kopfhörer berieseln zu lassen. Das haben wir in allen Familienferien beibehalten – und genau das wollte ich nun in Zürich erleben.

Im roten Touristenbus durch Zürich

14 Uhr: Parkplatz Sihlquai. Der Entscheid fiel auf eine gemütliche Variante, die Zurich Experience City Tour mit dem roten Bus. Bis letztes Jahr fuhr ein nostalgischer Bus, der inzwischen durch einen neuen, modernen Bus ersetzt wurde. Grund für den Austausch war ein alter Fischkuttermotor, der nicht mehr erlaubt war. Wer weiss, vielleicht wird der alte Trolley wieder in Betrieb geworden – so weit meine Insiderinfo unterwegs.

Nicht mehr nostaltischer Trolley, sondern moderner Bus

Nicht mehr nostalgischer Trolley, sondern moderner Bus

Arabisch, Englisch, Spanisch, Russisch usw. – in allen Sprachen werden die Infos zu unserer Stadt über die Kopfhörer geliefert. Das Timing mit den Sehenswürdigkeiten, an denen wir vorbeifahren, ist so perfekt, wie ich es in keiner anderen Stadt erlebt habe. Technisch funktioniert alles einwandfrei. Kompliment. Erkennen wir «unser» Zürich anhand der Informationen? Jaein. Etwas viel Credit Suisse hat es für unseren Geschmack. Ab und an müssen wir schmunzeln. Oder auch den Kopf schütteln: Gibt es in der Schweiz Wohnungen, in denen man nach 22 Uhr die Toilette nicht nutzen darf? Aber wir lernen auch dazu, z.B. dass das Bauschänzli zur ehemaligen Stadtmauer gehört hat.

Wo Swiss Chuchi draufsteht, ist auch Schweizer Küche drin

Am Abend stellt sich die Qual der Wahl: In welches Restaurant zieht es uns? Die Meinungen gehen auseinander. Es ist nicht mal einfacher, dass wir einige Lokale in Zürich kennen. Am Schluss treffen wir für unsere Zürcher Entdeckungsreise die richtige Entscheidung. Weit und breit vermutlich die einzigen Zürcherinnen, bleiben wir im Restaurant Swiss Chuchi in unserem Hotel. Es gibt natürlich Fondue, Raclette, Fondue Chinoise, Zürcher Geschnetzeltes, Leberli usw. Jede von uns vier Frauen wählt ein anderes Menü und allen schmeckt es sehr gut. Der Kellner ist äusserst aufmerksam und macht von uns wie von allen anderen (haben wir schon ein wenig belächelt) ein Erinnerungsbild. 

Gut schweizerisch beenden wir den Abend mit einem Jass im Hotel.

Und das Fazit?

Natürlich könnte man noch sehr viel mehr in Zürich unternehmen: in die Museen, ins Kino, in den Zoo, Shoppen usw. Wir haben diesen kleinen Ausflug vor der eigenen Haustüre genossen. Sicher werden wir von nun an anders am Hirschenplatz vorbeigehen: Hier haben wir mal übernachtet. Ja, es hat sich gelohnt, Nachahmen empfehlenswert.

Eine klassische Ansicht auf Zürich, aber diesmal aus Touristensicht gesehen

Eine klassische Ansicht auf Zürich: Grossmünster, Helmhaus und Wasserkirche

 

 

 

 

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